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Prädikatsweingüter (VDP) fordern striktes Reinheitsgebot für Wein – "zum Wohl" der Verbraucher

VDP sieht nach Unterzeichnung des EU-USA-Weinhandelsabkommens einmal mehr die Chancen für deutsche Winzer in der Differenzierung durch Verzicht auf industrielle Weinbereitungsmethoden.


Wallhausen, 21.12.05. Trotz massiver Proteste seitens der deutschen Weinwirtschaft, hat der Rat der EU-Agrarminister gestern seine Zustimmung zum umstrittenen Weinhandelsabkommen mit den USA gegeben. Der VDP bedauert, dass es nicht gelungen ist, einen weltweiten Minimalkonsens zu finden, das Produkt Wein zu definieren und von weinähnlichen Getränken zu unterscheiden.

 

Die Prädikatsweingüter Deutschlands (VDP) beharren in diesem Sinne weiterhin auf einem Reinheitsgebot für alle deutschen Weine. "Unsere Mitglieder sehen die Chance in der Selbstbeschränkung auf traditionelle Weinbereitungsmethoden, um dadurch eine über Jahrtausende gewachsene Weinkultur zu erhalten. Der VDP und ganz besonders die mit dem Logo "Eins mit Traube" gekennzeichneten Spitzenexponate der Terroirbewegung (Grosses Gewächs) stehen für traditionell-kunsthandwerklich hergestellte Weine", differenziert Michael Prinz zu Salm-Salm, Präsident der Prädikatsweingüter Deutschlands, deren Haltung.

 

In den letzten Wochen hatten die VDP-Prädikatsweingüter gemeinsam mit dem Deutschen Weinbauverband gegen die Unterzeichnung mobil gemacht, da sie Nachteile für die europäischen Verbraucher sehen. Doch auch das Nein von Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer konnte die Mehrheit der Agrarminister nicht stoppen, aus Angst vor Exporteinbußen dafür zustimmen.

 

Salm befürchtet nun, dass nach dem vorherrschenden "Meistbegünstigungsprinzip" auch andere Länder wie Neuseeland und Australien nachziehen und gleiches Recht für ihre Weine fordern werden. Und auch bei der europäischen Groß-Weinindustrie ist zu erwarten, dass die Weinindustrialisierung ob des Konkurrenz-Drucks fortschreitet. Die von Italien geforderte und schon in Kürze seitens der EU zu erwartende Zulassung von Barrel-Chips, wiederum ohne Kennzeichnung auf dem Etikett, ist nur ein Anfang.

 

Doch für deutsche qualitätsbewusste Winzer sollte gelten: Wenn Wein drauf steht, muss auch Wein drin sein! Eine Positiv-Deklaration auf dem Etikett könnte dann dem mündigen Verbraucher ermöglichen, den Verzicht auf industrielle Herstellungsmethoden zu erkennen, wenn ihn das Etikett schon nicht über die verwandten Zubereitungsmethoden des Weines informiert. Denkbar ist auch, dass industrielle Weinbereitungsmethoden in Deutschland nur für Tafelweine zugelassen werden. Die Qualitätsweine stünden dann für Weine, deren Qualität vom Terroir, vom Klima und von Winzerhand geprägt ist.

 

Der VDP fordert angesichts dieser Tatsache eine klar kommunizierbare Marktspaltung, um das Top-Segment der kunsthandwerklich erzeugten Weine erkennbar zu machen und die Weinkultur zu retten. Die Prädikatsweingüter werden als Reaktion auf die politische Großwetterlage ihre terroirgeprägten Weine, an deren Qualitätsspitze die Grossen Gewächse, Ersten Gewächse und Erste Lage Weine stehen, noch mehr in den Mittelpunkt stellen. Prinz Salm:" Die Prädikatsweingüter halten am Mysterium Wein fest. Wir freuen uns, dass immer mehr Weinliebhaber den Genuss der kulturbeseelten Weine schätzen. Wir gehen weiter unserem Weg."

 

VDP-Pressemeldung



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