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Italien

17.Juli 2011

Adel verpflichtet - 1000 Jahre Weingeschichte und ein Lächeln von Mona Lisa

Von: Peter Frank

Die Florentinische Kulturweltenbummlerin Natalia Guicciardini Strozzi redet so sympathisch, fröhlich und schnell, dass man gewillt ist, alles um sich herum zu vergessen. Doch bloß nicht! Ihre Geschichte ist so spannend, dass ein paar Zeilen nicht ausreichen, sondern eher ein Buch füllen würden. Die aus den ältesten und wichtigsten Adelsgeschlechtern Europas stammende Winzerin, Tänzerin, Schauspielerin und Schriftstellerin gehört immerhin zur 15. Generation nach Mona Lisa. Heute lebt die entzückende Prinzessin, deren Lächeln sogar Mona Lisas in den Schatten stellt, mit der gesamten Familie auf dem Strozzi-Anwesen, der Villa Cusona.

Prinzessin Natalia Strozzi

Prinzessin Natalia Strozzi

Ganz in der Nähe von San Gimignano liegen die Wurzeln des wohl mit Abstand schönsten Schlosses in der Toskana. Das zwischen Florenz und Siena gelegene Gut der Adeligen Graf Robert Guiccardini und Prinz Girolamo Strozzi wurde bereits 994 nach Christus urkundlich erwähnt. Gut zweihundert Jahre später wurde erstmalig Wein produziert.

Der erste Vernaccia di San Gimignano, dass Aushängeschild des Weingutes, fand bereits 1933 seinen Weg in die Flasche – er heißt im Übrigen heute noch Cusona 1933. Im Jahre 1966 hielt der Vernaccia  als erster italienischer Wein den Status einer DOC und sogar seit 1993 einer DOCG (siehe unten) verliehen.

Das Anwesen der Familie Strozzi umfasst stolze 530 Hektar. Dazu gehören seit 1999 auch die Weingüter in Bolgheri, Scansanso, Massa Marittima und Pantelleria. Die Weinpalette der Strozzis kann sich sehen lassen. Sie ist nicht nur gewaltig, sie ist auch noch gut.

Tänzerin und Sommelière

Natalia Guicciardini Strozzi kann sich noch gut an die Erzählungen ihrer Großmutter erinnern, die von alten Dokumenten und vielen bekannten Persönlichkeiten der Familie berichtete. Egal ob Banker, Söldner oder Kommandeure, sie waren leistungsstark, edel und gut. Bis sie sich jedoch etablieren konnten, mussten sie lange in der Verbannung verharren. Waren sie doch die großen Rivalen der Medici.

Im Ausland bauten die Vorfahren der Ballerina ihr Vermögen aus und nach der Rückkehr nach Florenz den Palazzo Strozzi, der heute noch existiert, zu bauen. Auch Natalie zog es ins Ausland. Obwohl nicht verbannt, ging sie mit sage und schreibe 14 Jahren allein nach St. Petersburg, um sich als Tänzerin ausbilden zu lassen. Kein geringerer als Rudolf Nurejew trainierte die kleine Natalie.

Die Begegnung mit dem "Tanzgott", wie er liebevoll genannt wurde, hinterließ bis heute Spuren. Nach Akademie und jahrelangen Auftritten als Solotänzerin beendete Principessa Natalia Strozzi vor gut 10 Jahren ihre Karriere.

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