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Auf dieser Seite finden Sie Buchempfehlungen von Vincent Klink. Der in Stuttgart werkelnde Sternekoch Vincent Klink ist wahrlich ein Unikat! Nicht nur am Herd zeigt er seine Talente. Auch als Musiker kann man ihn ab und an erblicken, wenn er nicht gerade einen Fensehauftritt hat.
Ein "Fernsehkoch" wie seine Kollegen ist er nun auch wieder nicht. Kein Schnickschnack und Promi-Gehabe. |

 | Die Kunst der dekadenten Küche. Ein Kochbuch für Ästheten, Gourmands und schräge Genießer |
Autoren: Medlar Lucan & Durian Gray
Buchempfehlung von Vincent Klink:
Zu diesem Buch kann ich nicht lobhudeln, denn es ist darin ein Nachwort von mir installiert. Das verbietet laute Werbung. Trotzdem, kein Schwein kauft das Buch. Zugegeben, für stino Pfannkuchenrezeptejäger sind die Texte nicht geeigent. Wer aber gerne in seinem Hirnschmalz rührt, kann sich durchaus daran verbrennen.
Heute kam dieser Brief von Frau K. de B. Also los:
Lieber Vincent, ich will rausfinden, wie der Verleger dazukommt so etwas Unglaubliches herauszugeben.
Diese Welt, die man in diesem Buch betritt, das ist eine Art von Kunstwelt. Alles ist eine Performance. Es ist Kunst, es ist Freiheit - die Gedanken sind frei. Das ist der Unterschied zu einem Wahrheits-Kochbuch. Es ist eine Art von Ausstellung, die zu den bizarren Phantasien Bilder macht die Menschen haben könne, Bilder zu Welten in denen sie sich bewegen können.
Mich beschäftigt das schon lange - so viele Fragen.
Was ist der Unterschied zwischen Dekadenz und Perversität?
Viele werden doch denken, daß es pervers sei, was da beschrieben wird. Das ist vielleicht wie im Liebesleben - alles ist erlaubt, solange alle einverstanden sind, irgendwie so. Dann gibt es keine Grenzen - bzw. sie werden gedehnt und erweitert, im Laufe der Zeit und in dem Maße, wie Menschen sich vertrauen und sich hingeben können / wollen. |

 | Dekadente Küche |
Autor: Luise Haarer
Buchempfehlung von Vincent Klink:
Es gibt ja massig viele Kochbücher. Alles schön und recht, auch nichts gegen Foto- und Lustbücher. Dieses Kochbuch jedoch ist für Leute geschrieben, die es genau wissen, und trotzdem nicht stundenlang in der Küche rumoren wollen. Hier geht es kurz und bündig zu, und im Schwäbischen ist dieses Buch seit Generationen im Gebrauch. Hier erfährt man in knappen Worten wie Kochen funktioniert. Es ist eines meiner wichtigsten Bücher. Hunderte von Rezepten zu einem lächerlichen Preis.
Wie macht man Fruchtgelees, Hefeteig, Hühnerfrikasse, Rindsrouladen, Waffeln, kurzum all die herrlichen Gerichte, die Oma kochte. Kein Wunder, daß mir bei der Lektüre so heimelig wird, meine Oma wurde auch nach diesem Buch ausgebildet. |

 | Eßt endlich normal! |
Autor: Udo Pollmer
Buchempfehlung von Vincent Klink:
Auf dem Cover steht, "wer dieses Buch gelesen hat, wird nie wieder eine Diät machen."
Die Diskussion um Deutschlands dicke Kinder und die verfluchten Pfunde, die wir angeblich alle zuviel auf den Rippen haben, trägt hysterische Züge. Udo Pollmer schreibt in flüssiger, prägnanter Sprache zu gängigen Medienlügen:
Wir Deutsche sind verkrampft, und es gilt nicht erst seit dem ersten Weltkrieg die Maxime: "Deutsch sein heißt extrem sein." Udo Pollmer ist nota bene Deutscher. Trotzdem: In diesem Buch wird man wunderbar mit seinen Zweifeln am Lande der Dichter und Denker bestätigt. Kurzum, wir Deutschen sind bekloppt, da gebe ich dem Herrn Pollmer uneingeschränkt recht. |

 | Geschmacksschule |
Autor: Jürgen Dollase
Buchempfehlung von Vincent Klink:
Genießerisch zu Essen verlangt sinnliche Begabung, ist auch eine Frage der Sozialisation, der Intelligenz (nicht unbedingt der Bildung) und der ständigen Neugierde. Je mehr man aber über kulinarische Hintergründe weiß, also auch über Bildung verfügt, um so schöner das Wohlfühlen. Pardon, oder der Ärger, wenn nicht das eintrifft, was man sich als Esser vorstellte.
Essen und Trinken sind aber auch deshalb so wunderbar, weil mit jedem Bissen und mit jedem Schluck theoretische Kalküle, unter Umständen der gesamte Bildungshintergrund verblaßt und wir ganz in Gefühlswelten versinken können. Das ist gut so, aber ein gutes Essen hat auch Phasen der lichten und hellwachen Momente, bevorzugt so lange wie die Weinflaschen noch nicht völlig geleert sind. Essen und Denken? Warum nicht!
Bisher geschah das oft intuitiv und beliebig, sozusagen als Kausalkette von Zufälligkeiten. Mit Jürgen Dollases Buch kam Ordnung in meinen kulinarischen Gefühlsverhau.
Hier wird gewaltig definiert, muß sagen endlich. Das beginnt bereits mit der ersten Seite des Buchs, mit einer stringenten Definition unseres Geschmacks, der als kulinarisches Wahlverhalten entlarvt wird. So geht es gerade weiter, Dollase beginnt seine Analysen mit einem McDonalds-Hamburger und liefert im Anschluß Rezepte vieler köstlicher Gerichte und die Definitionen dazu. Es werden die Begriffe Aromen, Temperaturen, Texturen gründlich beackert und die Schulung der Sensibilisierung wird mit Degustationsnotizen fundamentiert.
Ich wünsche mir, daß meine Gäste dies Buch verinnerlichen und dann von der Oberfläche der Wahrnehmung wieder löschen und dies Wissen als Grundrauschen walten lassen. Es ist wie in der Musik. Anne-Sophie Mutter weiß sicher viel über Harmonielehre und Kadenzen um das alles im Konzert dann zu vergessen.
Dollases Buch ist ein wichtiges Fachbuch und ich wüßte kein Werk, auch nicht in anderen Sprachen, das sich so analytisch und tiefgründig mit der Mechanik des Kochens und Schmeckens beschäftigt. Dem Autor sei Dank für diese Anstrengung, klar daß sich die gebotenen scharfen Definitionen nicht weglesen wie ein Comic. |

 | Die Molekül-Küche. Physik und Chemie des feinen Geschmacks |
Autor: Thomas Vilgis
Buchempfehlung von Vincent Klink:
Thomas Vilgis ist nicht nur Professor der Physik, sondern auch Redakteur der Zeitschrift "Journal Culinaire" die in der Edition Vincent Klink erscheint. Es mag nun nach Vetternwirtschaft klingen, trotzdem muß ich dieses Buch loben, denn es beschäftigt sich mit den Basistechniken des Kochens, und es ist verdammt gut.
Auch beim Kochen geschieht nichts aus Vorsehung oder durch Wunder. Alle Kochprozesse sind logisch und durch Naturwissenschaft erklärbar. Viele, selbst Berufköche kochen phantastisch, doch sie wissen nicht was sie tun. Ihre Rezepte funktionieren, aber sie wissen nicht warum das Essen gelingt oder schlimmer noch, verunglückt. Dies Buch erklärt was dahinter steckt, erklärt die Zusammenhänge. Ganz klar: Wer mehr weiß, hat mehr Erfolg und Freude am Leben. Beim Kochen ist es ebenso. Gewiß, meine Oma wußte von dem alles nichts und hat gut gekocht. Wer es noch besser machen möchte, dem empfehle ich dieses Buch. |

 | Speiserituale. Essen, Trinken, Sakralität |
Autor: Franz-Theo Gottwald
Buchempfehlung von Vincent Klink:
Rituale halten seit Jahrhunderten das zwischenmenschliche Neben- und Miteinander in geordneten Bahnen. Sie sind Kompaß, Regelwerk und im archaischen Sinne "die erste Gesetzgebung". Was an den Herdfeuern der Steinzeitmenschen Gültigkeit hatte ist bis in die heutige Zeit nicht wegzudenken.
Dies Buch beschäftigt sich mit Reflexionen von Damals, setzt sie auch in Bezug zum modernen Zeitgeist. Beispiele aus unterschiedlichsten Kulturkreisen und Zeiten, aus verschiedenen Fachdisziplinen wie Ethnologie, Theologie, Sozialwissenschaften und Geschichte. Hier wird tief gegraben und reichlich Grundlagenwissen vermittelt.
Es werden Muster und Modelle vorgestellt, die im Kulturvergleich das moderne Gesellschaftsleben gut nach "Duftmarken" menschlichen Verhaltens ausleuchten.
Mancher wird sich fragen, was geht mich das an? Doch, wer im Leben steht und nach mehr Urteilsvermögen strebt, sich deshalb für humaner Bildung und sich für Menschenführung interessiert, der kommt um dieses Buch nicht herum. An dieser Stelle Dank dem Hirzel Verlag, der sich mit zunehmendem Elan essentieller Hintergründe des Essen und Trinkens, einer humanistischen Kultur annimmt.
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